07/05/2015 3:11pm

Neue Nachbarschaften beim Geben- und Nehmen-Markt

Die Koordinierungsstelle "Neue Nachbarschaften Potsdam" hat einen Stand beim 9. "Geben- und Nehmen-Markt" im Lustgarten betreut...

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Es ist noch nicht einmal 9 Uhr und schon stürmen die ersten Menschen den Neuen Lustgarten, um die besten und brauchbarsten Gegenstände zu ergattern. Insgesamt 34 Stände zieren am Samstag, den 25. April das Areal in der Potsdamer Mitte. Wo sonst eher Stille herrscht, versammeln sich auf den Tag verteilt über 1.000 PotsdamerInnen, um mitgebrachte Gegenstände zu tauschen.DSC 0007kl2

"Wir sind vor zwei Wochen erst wieder nach Potsdam gezogen," berichtet ein Mann, der mit seinem Sohn gekommen war, um ein paar Einrichtungsgegenstände für die neue Wohnung zu bekommen. Zuvor hat er mit seiner Familie sieben Jahre in Neuseeland gelebt.

Die Stände stellt die Landeshauptstadt kostenlos zur Verfügung. Die Koordinierungsstelle "Neue Nachbarschaften Potsdam" beteiligt sich heute erstmals mit einem eigenen Stand.

"Der Markt ist eine tolle Sache! Es ist gut, dass der Tausch- und Weiterverwertungsgedanke hier nachhaltig gefördert wird," so Kristina Tschesch, die gemeinsam mit Nora Stelter seit Anfang Februar für die städtisch geförderte Projektstelle "Neue Nachbarschaften" arbeitet. Angesiedelt ist das Projekt beim Verein "mitMachen e.V.".

DSC 0094kl2Die beiden Frauen wollen mit ihrer Arbeit das Ehrenamt für und mit geflüchteten Menschen fördern und EhrenamtlerInnen und Initiativen miteinander vernetzen. "Im Rahmen unseres Projektes haben wir keinen Raum, um Sachspenden zu verwalten," sagt Nora Stelter. Der Markt sei deshalb eine gute Gelegenheit, einige Sachspenden unters Volk zu bringen. Den ganzen Tag über bringen SachspenderInnen Dinge vorbei, die sie vorab der Koordinierungsstelle angeboten hatten und die nun am Stand ausgelegt werden.

Einige EhrenamtlerInnen unterstützen Stelter und Tschesch auch beim Sortieren und der Standbetreuung. Ein paar Kinderbücher und Spiele sowie Bettwäsche, die heute hier abgegeben wurden, wird die Koordinierungsstelle direkt an geflüchtete Menschen vermitteln, die aus Wohnheimen in eigene Wohnungen ziehen.

"Der Markt ist wieder ein Erfolg. Auch gut, dass die Koordinierungsstelle NN dabei ist. Dies ist ein guter Verknüpfungspunkt. Nur schade, dass nicht noch mehr geflüchtete Menschen hier sind," lautet das Fazit von Martin Mehlis, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit im Bereich öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger (Abfallentsorgung), der den Markt von Anfang an mitbetreut. Ziel des Marktes ist es, weniger Abfall zu produzieren und Sachen wieder dem Verwertungskreislauf zuzuführen.

Die Koordinierungsstelle "Neue Nachbarschaften" hatte den "Geben- und Nehmen-Markt" vorab mit einem Aushang in acht verschiedenen Sprachen in den Potsdamer Flüchtlingsunterkünften beworben.

Im Lustgarten ist heute auch der Gedanke entstanden, kleinere Märkte dieser Art direkt vor Flüchtlingsunterkünften in Potsdam zu veranstalten. Dafür werden noch EhrenamtlerInnen gesucht, die sich vorstellen könnten, ein solches Projekt zu betreuen.

(Text und Fotos: Elias Franke)

Alle Interessierten, die sich ehrenamtlich für und mit geflüchteten Menschen engagieren wollen, können eine Mail an info(at)nn-potsdam.de schreiben.

Der nächste Geben- und Nehmen-Markt findet am 19. September von 9 bis 14 Uhr im Neuen Lustgarten statt. In der gleichnamigen Online-Börse kann jederzeit getauscht werden.

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Ein Projekt des mitMachen e.V.
Gefördert durch die Landeshauptstadt Potsdam